„Die Entscheidung sitzt mir im Nacken“

Entscheidung_Entspannung

Lars muss sich bis Montag entscheiden

Lars muss sich bis Montag entscheiden, ob er die neue Position in der Firma annimmt. Er fühlt sich blockiert, weil das Für und Wider ihm ständig durch den Kopf geht. Seit einiger Zeit schläft er deshalb schlecht, hat Kopfschmerzen und ist total verspannt. Die Entscheidung sitzt ihm im Nacken. Die Verspannungen nehmen zu, während seine Entscheidungsfähigkeit immer mehr abnimmt. Schließlich entscheidet er sich für den risikoarmen Weg und lehnt das Angebot ab.

Verspannungen machen klein und verhindern mutige Entscheidungen

Verspannungen im Nacken und Schultergürtel führen zu einer in sich zusammengesunkenen Haltung und machen klein. Das schlägt auch auf die innere Haltung durch. Man ist dann auch nicht mehr frei, Entscheidungen zu treffen. Die Körperhaltung wirkt sich auch auf die Emotionen aus. Wer sich klein macht, denkt auch klein – und entscheidet entsprechend.

Es gilt auch das Umgekehrte

Die Wechselwirkung von Körperhaltung und innerer Haltung, Gefühlen und Stimmungen gilt auch umgekehrt. Wenn der Körper sich aufrichtet, wirkt das auf die Seele zurück. Um wichtige Entscheidungen treffen zu können, muss man „aufgestellt“ (schweizerisch für gut gelaunt, spontan) sein.

Sich aufrichten

Um Anspannungen zu lösen und sich wieder „aufzurichten“, gibt es eine einfache Übung, die regelmäßig durchgeführt werden kann, um Spannungen abzubauen. Die ist ein bewährter Übungsteil der sogenannten „Alexander-Technik“. Sie wird vor allem von Musikern, Sängern und professionellen Rednern angewandt, um Fehlhaltungen zu vermeiden, Verspannungen zu lösen und dem künstlerischen Auftritt „Freiheit“ zu geben.

Aufrichten

Foto: www.kluge-alexandertechnik.de/Alexander-Technik.html

Die Übung besteht darin, sich langsam auf den Boden zu legen und den Kopf auf einige Bücher (insgesamt ca. 10 cm hoch) zu legen. Die Hände liegen auf den Hüften. So bleibt man 8-10 Minuten liegen und steht dann langsam wieder auf. Während des Liegens und Ausruhens werden durch den Einfluss der Schwerkraft die Wirbel auseinander gezogen und der Körper wird in seiner natürlichen Statik ausgerichtet.

Achtung: Bei Schädigungen der Wirbelsäule oder des Muskelapparats ist zunächst ein Arzt zu konsultieren!!

Förderung der 10 Elemente der Selbststeuerung

Was passiert, wenn der Nacken entspannt wird? Die Alexander-Technik stärkt die „Selbststeuerung“. Damit ist die Fähigkeit gemeint, sich selbst von innen heraus zu steuern. Dazu gehören jene Fähigkeiten, bei denen eine Person angemessen mit sich selbst umgeht und gleichzeitig situationsangemessen handelt. Es hat sich gezeigt, dass Techniken, die die Körperhaltung verbessern und damit den Nacken entspannen, die Selbststeuerung erheblich fördern können:

Selbstbestimmung
Sie bringen Ihre Tätigkeiten mit eigenen Bedürfnissen und Werten in Übereinstimmung.

Selbstmotivierung
Sie können sich „bei Laune halten“, auch wenn Sie schwierige Dinge zu erledigen haben.

Selbstberuhigung
Sie können Unsicherheit, Nervosität und Angst abbauen und unangenehme
Erlebnisse entwicklungsförderlich verarbeiten.

Planung
Sie können strukturiert und planvoll an Aufgaben und Ziele herangehen.
.
Angstfreie Zielorientierung
Sie können frei von innerem Druck an Ziele herangehen und lassen sich nicht von der Angst vor Misserfolg in Ihrem Handeln leiten.

Initiative
Sie bringen Energie zur Initiierung eigener und fremder Handlungen auf.

Absichten umsetzen
Sie können Ihre Absichten umsetzen, statt sie aufzuschieben.

Konzentration
Sie können gut Ablenkungen von außen und innen unterbinden, um konzentriert bei einer Sache zu bleiben.

Misserfolgsbewältigung
Sie können aus Fehlern lernen und unangenehme Dinge akzeptieren, statt lange darüber zu grübeln.

Selbstgespür
Sie spüren unter Druck und Belastung noch das, was Sie selber wollen und was Sie ausmacht

Kann das sein? Ausprobieren!

Die oben beschriebene „Ruhelage“ ist nur eine der Elemente der Alexandertechnik, die leicht für sich selbst praktiziert werden kann; 1x pro Tag für 10 Minuten reichen aus, um die Wirkung zu erleben. Es gehören noch weitere Übungen dazu, die jedoch mit einem entsprechenden Trainer erlernt werden müssen. Die entspannte „Ruhelage“, so wie sie oben beschrieben wurde, kann nur einen kurzfristigen Effekt haben. Aber immerhin: Wenn sie regelmäßig ausgeführt wird, ist es auch ein wirksames Mittel, entspannter zu entscheiden. Die Selbststeuerungskräfte werden „animiert“. Der „aufrechte Gang“ erleichtert „aufgestellte“ Entscheidungen.

Haben Sie im Augenblick Gelegenheit, das auszuprobieren?

 
 
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Ein Gedanke zu „„Die Entscheidung sitzt mir im Nacken““

  1. Finde die These, dass man durch persönliche Aufrichtung sich auch psychisch aufrichtet spannend.
    Es gibt ein Top Video von Amy Cuddy dazu (TED Speaches)

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