Entscheidungen treffen – Coaching oder Therapie

Entscheidung treffen – in eigener Sache

Wie Sie bemerkt haben, habe ich eine längere Auszeit genommen und keine neuen Beiträge verfasst. Ich habe mich stattdessen meiner zweiten „Leidenschaft“, (neben dem Entscheidungs-Coaching) zugewandt und ein Akademie-Studium der Bildhauerei begonnen. Auf meiner Seite www.turtle-projekte.de schreibe ich in unregelmäßigen Abständen über den Lernfortschritt.

mathias-the-dread@hotmail.com / photocase.de
mathias-the-dread@hotmail.com / photocase.de

Coaching + Therapie

In den vielen Anfragen zum Online-Coaching ist mir aufgefallen: Es gibt Entscheidungen, bei denen die klassischen Tools und Hilfestellungen zu kurz greifen. Die Unfähigkeit, jetzt eine Entscheidung zu treffen, ist tiefer in der Person verankert. Notwendig ist ein therapeutischer Ansatz, der eher auf die Entwicklung der Person zielt als auf das Treffen einer konkreten Entscheidung.

Enorme Vorbehalte

Sobald der Begriff der therapeutische Beratung ins Spiel kommt, tun sich bei vielen Entscheidungssuchern enorme Barrieren und Vorbehalte auf
– „So verrückt bin ich doch noch nicht“
– „Da muss ich dann Seelenstriptease machen“
– „Der Seelenklempner ergreift sowieso Partei für meine Partnerin“
– „Damit muss ich selbst klarkommen, da kann mir keiner helfen“
– „Die Therapeuten sind selbst gestörter als ihre Patienten“

Das ist ein kleiner Ausschnitt der Vorbehalte und Ängste, die ich zu lesen bekomme, wenn ich im Online-Coaching den Vorschlag mache, eine professionelle Beratung (Paarberatung, therapeutische Beratung) aufzusuchen.

Wann kann in der Entscheidungsfindung professionelle Beratung und Therapie hilfreich sein?

– Wenn in der aktuellen Entscheidungssituation Ängste, ungünstige Verhaltensweisen oder Reaktionen hochkommen, die einem selbst „unerklärlich“ sind bzw. in ihrer Intensität total unangemessen sind.

– Wenn innere Spannungen und Grübeleien so stark werden, dass sie das Leben über einen längeren Zeitraum hin, erheblich negativ beeinflussen (Ängste, depressive Stimmungen, innere Hilflosigkeit, Schlaflosigkeit, Panikattacken…)

– Wenn bei Paarkonflikten oder Familienkonflikten die Gespräche eskalieren und eine konstruktive Auseinandersetzung nicht mehr möglich ist.

Ich leg mich doch nicht auf die Couch

Die COUCH/ ist das Sinnbild/Zerrbild für Therapie und therapeutische Beratung.
Doch es gibt nicht die Therapie, sondern viele unterschiedliche Ansätze und Vorgehensweisen. Im Laufe des Jahres 2016 werde ich jeden Monat einen bestimmten Ansatz vorstellen. Dabei werden sich die Profis möglicherweise über die stark verkürzte Darstellung die Haare raufen. Mir geht es jedoch nicht um Ausführlichkeit und Vollständigkeit. Vielmehr möchte ich Vertrauen darin schaffen, eine Therapie anzugehen, statt sich immer tiefer in festgefahrenen Entscheidungssituationen zu verrennen. Therapie ist nicht etwas für Verrückte, sondern für Leute, die Lösungen finden wollen – und dabei passende Hilfe in Anspruch nehmen.

Ich werde u.a. schreiben über:

Entscheidungen treffen meets Sigmund Freud (Die Couch)
Entscheidungen treffen trifft auf das „innere Programm“
Entscheidungen treffen trifft auf eingefahrenen Vorstellungen (Reaktionsmuster)
Entscheidungen treffen als Dreh (In der Kürze liegt die Wirkung)
Entscheidungen treffen mit System (Die Macht des Zusammenspiels)
Entscheidungen treffen in Paarbeziehungen (Wendepunkte und Koevolution)

Therapeutische Interventionen

Jede Therapie hat eine besondere Form von Interventionen d.h. eine bestimmte Vorgehensweise, um zu einer Linderung/Entwicklung/Lösung zu verhelfen. In jedem der Artikel werde ich die spezifische Therapieform darstellen und deren Interventionen vorstellen.
Anhand des immer gleichen Beispiels von Jutta wird das Vorgehen illustriert.

Jutta kann sich nicht entscheiden

Seit Monaten quält sich Jutta mit der Frage, wie es mit ihrer Partnerschaft weitergehen soll. Zuerst stellten sich Schlafstörungen ein, bald hat sie Panikattacken und kann sich nicht mehr konzentrieren; sie wirkt apathisch und depressiv. Ihr Vorgesetzter hat sie zu einem Gespräch gebeten, weil ihr mehrere gravierende Fehler unterlaufen sind – etwas, was sie so überhaupt nicht kennt.
Was ist passiert?

Jutta ist 40 Jahre alt und seit 12 Jahren mit einem Partner zusammen. Sie haben zwei gemeinsame Kinder (7 und 9 Jahre alt). Die Beziehung ist nicht mehr die große Liebe aber irgendwie leben sie ganz gut zusammen. Wie aus heiterem Himmel verliebt sich Jutta in einen Arbeitskollegen. Sie treffen sich immer häufiger heimlich, es funkt gewaltig und Jutta erlebt seit langem so etwas wie Glück. Zugleich ist sie innerlich zerrissen, weil sie ihre Familie nicht verlassen will. Mehrfach hat sie versucht, die Beziehung zu beenden, aber es geht nicht; nach einigen Tagen haben sie sich doch wieder getroffen. Aber von ihrem Mann kann sie sich auch nicht trennen. Bei jedem Treffen mit den „Neuen“ hat sie Angst, dass die ganze Sache auffliegt...

Warum kann sie sich nicht entscheiden? Warum ist sie so gelähmt und weiß nicht weiter? Warum entscheidet sie heute so (Trennung vom Partner) und morgen wieder anders (Zukunftspläne mit dem „Neuen“)?
Ihre Unfähigkeit, sich zu entscheiden, nimmt ihr alle Lebensfreude...So kann es nicht weitergehen!!!

Was würden Sie Jutta raten?

Was kann sie tun, um zu einer Entscheidung zu kommen?
Kann ihr eine Therapie helfen? Worin kann die Hilfe bestehen?
Über einen Kommentar von Ihnen würde ich mich freuen!

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