Gehirntumor – wenn nichts mehr geht


Diese merkwürdige Geschichte habe ich bei Fritz Simon gefunden.

Was tun, wenn nichts mehr geht

Manchmal geraten wir in Situationen, in denen wir nicht mehr weiterwissen. Wir sind in einen „Schneesturm“ geraten und fragen uns verzweifelt, wie es weitergehen soll.

Das persönliche Radrennen gegen den Tumor

Für Franz bricht eine Welt zusammen, als ihm der Arzt eröffnet, dass er einen Gehirntumor hat. Nach OP und Chemotherapie sieht er aus wie ein alter Mann – und fühlt sich auch so. Als er immer trübsinniger wird und häufig zu viel Alkohol trinkt, verlässt ihn seine Frau samt der kleinen Tochter. Er ist gezwungen, die große Wohnung aufzugeben und zieht in eine kleine 1-Zimmer-Wohnung. Dort sitzt er hauptsächlich vor dem Fernseher und kämpft mit schlimmen Panikattacken. Auch die Ärzte können ihm keine echte Hoffnung machen, weil sie keine verlässliche Prognose stellen wollen. Die aufmunternd gemeinten Worte der Freunde machen ihn oft noch hoffnungsloser. Der absolute Tiefpunkt ist erreicht, als seine Tochter sich weigert, ihn zu besuchen („der Papa sieht ja aus wie ein Gespenst, vor dem habe ich Angst“) und seine Ex-Frau ihm eröffnet, dass sie ein Kind von seinem Bruder erwartet („die Geschichte läuft schon zwei Jahre“).

Entscheidung am Tiefpunkt

Als er hört, dass sein alter Schulkamerad Julian auch an lebensbedrohlichem Krebs erkrankt ist, beschließt er, sich von ihm zu verabschieden und fährt nach Ulm. Überraschenderweise trifft er einen Julian an, der ganz guter Dinge zu sein scheint: „Mit mir geht es gut voran, denn ich nehme regelmäßig Mistelextrakt und versuche mich, so verrückt das klingt, auf einen Halbmarathon vorzubereiten“. Auf der Rückfahrt von Ulm trifft Franz eine Entscheidung, weil er nichts mehr zu verlieren hat. Er wird eine Misteltherapie starten und sein altes Rennrad wieder aktivieren und jeden Tag, so weit er kommt und so schnell es eben geht, sein persönliches tägliches Radrennen gegen den Krebs fahren. Die ersten Tage und Wochen sind höllisch. Von Freunden und Verwandten hört er nur hämische Kommentare („Mistelradler“). Wider Erwarten werden seine Tumor-Werte besser, vielleicht gibt es ja doch Hoffnung …

Vertrauen in die eigene „Landkarte“

Wenn es keinen Ausweg mehr zu geben scheint, ist eine „Landkarte“ wichtig, mit deren Hilfe sich ein möglicher Ausweg auftut. Das Vertrauen in diesen Weg wirkt Wunder. Nicht welcher Landkarte man folgt, ist entscheidend, sondern dass man ihr vertraut und ihr folgt.

Ein paar schöne Jahre geschenkt bekommen

Franz schwört darauf, dass ihm die Kombination von Mistelextrakt und intensivem Sport das Leben gerettet hat. Während seiner Fahrradtouren lernt er eine Frau kennen und genießt mit ihr einige schöne Jahre. Nach fünf Jahren wächst der Tumor wieder und Franz muss endgültig Abschied nehmen. Aber er hat durch seine Entscheidung ein paar schöne Jahre geschenkt bekommen.
 
 
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Fotonachweis im Video: emaix / photocase.com
Sprecher: Hanno Friedrich
 
 

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