Entscheidung für einen Partner – Wer passt zu mir?

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Drei mögliche Entscheidungsgrundlagen

Auf die Frage nach dem Zusammenpassen (neudeutsch „Matching“) von Paaren gibt es ganz unterschiedliche Grundlagen für eine Entscheidung.

I. Die klassische Entscheidung – oder eine Entscheidung auf der Basis der Verliebtheits-Matching-Illusion

„Es genügt, verliebt zu sein, dann spürt man doch, dass man zusammenpasst.“
In der Tat ist ein Nebenprodukt des Verliebtseins, dass bei Paaren die Illusion erzeugt wird, ideal zusammen zu passen, obwohl beides gar nichts miteinander zu tun haben muss. Anders gesagt: Es verlieben sich nicht nur solche Paare, die gut zusammen passen. Und nicht alle Paare, die gut zusammen passen würden, verlieben sich. Trotzdem gilt das Verliebtheits-Gefühl immer noch als das wichtigste Indiz für ein gutes Matching – trotz aller gegenteiligen Erfahrungen.
Dies ist die günstigste Passungs-Variante für die, die sich auf sogenannte „Bauchentscheidungen“ verlassen wollen.

II. Die Online-Entscheidung– oder Entscheidung auf der Basis des Algorithmus einer Partnerbörsen im Netz

Wer sich das Matching leicht machen will, gibt am besten sein Daten in eine der Partnerbörsen im Netz ein und erhält innerhalb kürzester Zeit einen oder mehrere Partner, die zu einem passen. Grundlage ist das Suchverfahren des Anbieters, bei denen bestimmte Eigenschaften von partnersuchenden Männern und Frauen erfragt und gespeichert werden. Mit Hilfe von (geheimgehaltenen) Vorgaben, Gewichtungen und Matching-Kriterien werden für jeden Partnersuchenden Suchkriterien erstellt, mit denen dann entsprechende Partner, die in der Börse ebenfalls ihre Daten eingestellt haben, herausgefiltert werden – passt!

Die Vorauswahl der „Matches“ hängt dabei sehr stark von drei Faktoren ab.

1. Habe ich ehrliche Angaben gemacht, beziehungsweise bin ich im Augenblick in der Lage, mich einigermaßen realistisch einzuschätzen?
2. Hat der „Matchpartner“ ehrliche Angaben gemacht oder sich „geschönt“ bzw. „versteckt“?
3. Wie sieht der Matching-Algorithmus der Suchbörse aus? Wer passt nach deren Entscheidung zusammen?

Wer es sich leisten kann und wissen will, zu wem er/sie passt und wer zu ihm/ihr passt, sollte sich den Spaß machen und sich bei mehreren Online-Partner-Vermittlungen mit gleichen Eingaben zur eigenen Person registrieren. An den vorgeschlagenen „Matches“ wird man dann jeweils ablesen können, was ein ausgefeiltes Computerprogramm mit einer Unzahl von Kriterien als passenden Partner ansieht. Dabei wird sicher als erstes deutlich, dass je nach Vermittlungsbörse ganz unterschiedliche Partner als passend vorgeschlagen werden.
Wenn es zu einer Begegnung mit einem/dem „Match“ kommt, sollte man sie/ihn fragen, welche persönlichen Eingaben das Gegenüber gemacht hat und diese ganz offen mit den eigenen Angaben vergleichen. Dann kann man sich in der Regel ein gutes Bild davon machen, welche Rolle die drei oben genannten Faktoren spielen.
Vielleicht erhält man auch eine realistischere Antwort für die Entscheidung für den/der „Passenden“?!
Dies ist die günstigste „Passungs-Variante“ für die, die Online-Suchmaschinen und Algorithmen vertrauen wollen.

III. Die Checklisten-Entscheidung – oder die Entscheidung auf der Basis von selbsterstellten Kriterien

Es besteht auch die Möglichkeit, sich auf einige wenige Kriterien festzulegen, die einem bei einem Partner besonders wichtig sind. Je nach Lebenssituation können diese Kriterien sehr unterschiedlich sein.

Teenager

Bei Teenagern ist das „Zusammenpassen“ mit dem Freund/der Freundin besonders heikel, weil es ja gerade die Phase ist, in der die Antwort auf das eigene „Passen“ im Vordergrund steht: Was passt zu mir als Person? Wer bin ich, wer will ich sein? Darauf gibt es in dieser Lebensphase alle halbe Jahr eine neue Antwort. Der passende Freund/die passende Freundin passt, wenn die Selbstfindung nicht durch zu enge Bindung eingeschränkt wird.

Pass-Kriterien für diese Lebensphase können sein:
  • Lässt er/sie mir meine Freiheiten?
  • Ist er/sie ehrlich?
  • Ist er/sie rücksichtvoll und respektvoll, oder bedrängt er/sie mich?
  • Fühle ich mich gezwungen, Sachen zu machen, die ich eigentlich nicht will?

Wenn bei einer Teenager-Freundschaft diese Fragen nicht mit einem klaren Ja beantwortet werden können, ist eine Trennung angesagt?

Paarphase

In der „Paarungsphase“ d.h. in der Lebensphase, in der die Entscheidung für eine dauerhafte Beziehung mit und ohne Familiengründung angestrebt wird, spielen andere Kriterien für das Zusammenpassen eine Rolle:

  • Haben wir vergleichbare Vorstellungen - vom Familienleben, Kindererziehung? - von Beruf und Karriere und der daraus folgenden Lebensgestaltung? - vom Lebensstandard inkl. Geldausgeben?
  • Sind wir genügend unterschiedlich, um uns zu ergänzen und genügend gleich, um etwas Gemeinsames aufzubauen?
  • Welche drei Punkte sind mir für mich unabdingbar wichtig? Welche drei Punkte sind mir bei meinem Partner unabdingbar wichtig?

In dieser Phase geht es um diese wenigen, aber zentralen Fragen. Sie sollten passen. Vieles andere wird dann schon durch das gemeinsame Leben „passend“ gemacht!<

Mitte des Lebens

3. Ab der Mitte des Lebens, möglicherweise nach dem Scheitern einer oder mehrere Beziehungen, muss schon sehr viel „passen“, damit eine Entscheidung für einen neuen Partner getroffen wird. Oft kommen Partner zusammen, die durch die bisherigen (Lebens-) Erfahrungen eindeutig geprägt sind. Diese Prägung wird in einer neuen Beziehung immer wieder durchschlagen. Deshalb enthält eine Liste der Kriterien für das Zusammenpassen sehr viele (von anderen oft als kleinlich angesehenen) Punkte:

  • Was ist mir für mich unbedingt wichtig, wo will ich keine Kompromisse machen?
  • Was soll bei einem Partner unbedingt vorhanden sein? Was auf keinen Fall?
  • Kann ich mit dem leben, was meinem Partner unabdingbar wichtig ist?
  • Sind die Übereinstimmungen in den Interessen, der Lebensgestaltung, den Wertvorstellungen, den Glaubensvorstellungen mindesten zu 75% deckungsgleich?>

Die Kriterien machen deutlich, dass die Entscheidung, ob „ein Partner zu mir passt“, in dieser Lebensphase sehr viel gründlicher bedacht wird – mit Recht.

Welche Erfahrung haben Sie in der Entscheidung für einen Partner gemacht? Wie haben Sie die Entscheidung über Passung/Nicht-Passung getroffen?

 
 
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Das Titelbild ist ein Foto von pollographie / photocase.com und zeigt keine im Artikel erwähnte Person
 
 

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